Warum Unternehmen eine Fehlerkultur brauchen

Nicht immer verlaufen Projekte so, wie sie eigentlich geplant waren. Deshalb ist es gut zu wissen, wie man mit Fehlern richtig umgeht und wichtige Insights aus ihnen gewinnt.

(Keine) Angst vorm Scheitern?

Sprichwörter wie „Irren ist menschlich“ oder „aus Fehlern lernt man“ sind in unserer Sprache tief verankert. Ein Fehler kann als „Abweichung von der Norm“ oder als „das Nichterreichen von Zielen oder Erwartungen“ erklärt werden.

Laut einer Studie der Uni Hohenheim trauen sich 42 Prozent der Deutschen aus Angst vor dem Scheitern nicht, ein eigenes Unternehmen zu gründen, obwohl sie eigentlich dazu bereit wären. Erfolgsgeschichten wie die des amerikanischen IT-Spezialisten Max Levchin beweisen das Gegenteil. Nach vier gescheiterten Unternehmensgründungen gelang ihm mit PayPal der Durchbruch. Wie das Beispiel zeigt, können Fehler häufig ein Neuanfang sein und das Momentum für den Erfolg bilden. Dafür muss man den Fehler zunächst akzeptieren.

Fehler teilen

Die Akzeptanz von Fehlern ist in unserer Gesellschaft jedoch nicht verankert. Aufgrund von psychologischen, organisatorischen und individuellen Barrieren investieren wir zu viel Energie darin, Fehler zu vermeiden und zu leugnen. So lernen wir bereits als Kinder in unserem sozialen System, dass Fehler zu negativem Feedback und Blamage führen. Wer keine Fehler macht, erhält dagegen eine Belohnung und soziale Anerkennung.

Wie kann man diese Angst vor Fehlern abbauen? Die Basis dafür ist ein sicherer Kommunikationsraum, den Unternehmen durch Transparenz und Vertrauen schaffen können. So wird in der Organisation ein Bewusstsein für Fehler geschaffen, das die konstruktive Diskussion über Fehler ermöglicht. Hierbei sind ausgeprägte zwischenmenschliche Kommunikationsfähigkeiten wie Reflexion, Geduld und Toleranz der Führungskräfte und Mitarbeiter wichtig.

Aus Fehlern lernen

Um zukünftigen Problemen mit innovativen Lösungen zu begegnen und sich langfristig gegenüber der Konkurrenz zu behaupten, müssen Unternehmen mehr tun, als Fehler zu antizipieren und zu akzeptieren. Sie müssen mehr experimentelle Herangehensweisen in ihre Arbeitsprozesse integrieren und das dazugehörige Gedankengut in ihrer Kultur fest etablieren.

Mit Hilfe von Techniken und Methoden aus Lean Start-Up oder Design Thinking können wir bei NOLTE&LAUTH die Ursachen von Fehlern rational analysieren, um Fehler bewusst zum Lernen und zum Ableiten von Insights zu nutzen. Für diesen Zweck haben wir mehrere Formate in unserem Unternehmen etabliert. Damit sparen wir nicht nur Zeit und Ressourcen, sondern verbessern unsere Arbeit in Summe.

Fehlerkultur bei NOLTE&LAUTH

Bereits in den sehr frühen Konzeptphasen eines Projekts führen wir Akzeptanztests durch. Dabei validieren wir mit unseren Kunden mögliche Lösungsansätze und identifizieren so die beste Variante. In späteren Designphasen folgen User-Tests. Hier prüfen wir kontinuierlich das Konzept und Design, um mögliche Probleme und Schwachstellen in der neuen User Experience noch vor der Implementierung aufzudecken.

Bei allen Kunden- und Nutzertests ist das gesamte Projektteam integriert. So können die verantwortlichen Consultants, Projektmanager, Konzepter und Designer direkt miterleben, wie die eigene Arbeit vom Kunden angenommen und verstanden wird. Identifizierte Schwachpunkte und Fehler werden direkt und offen im Team diskutiert sowie dokumentiert. Von diesen Erkenntnissen können alle Beteiligten in laufenden, aber auch in zukünftigen Projekten profitieren.

Während der technischen Umsetzung findet ebenfalls eine strukturierte Qualitätssicherung statt. Die hier identifizierten Fehler nutzen wir, um technische Testfälle sowie die vorgelagerten Designphasen stetig zu optimieren. Darüber hinaus können wir so die Implementierung noch robuster und stabiler aufsetzen.

Nach Projektabschluss oder am Ende eines Projektabschnitts teilen wir in Lessons-Learned-Workshops unsere Erfahrungen im gesamten Team. Dabei diskutieren wir, welche Probleme wir wie gelöst haben. Aus den Fehlern im Projekt werden Lösungen und Blueprints für neue Projekte entwickelt, die dadurch effizienter durchgeführt werden können.

Die genannten Formate und Methoden haben sich während unserer Projekte wie dem Mercedes-Benz Lifestyle Konfigurator, dem Mercedes-Benz Model Finder oder auch der Bosch Home and Garden Website als sehr erfolgreich herausgestellt.

Fazit

Der größte Fehler ist, Fehler nicht als Chance zum Lernen zu nutzen. Durch einen offenen Umgang und geeignete Formate steigert man die Effizienz im Unternehmen. Das verhindert, dass sich anfänglich kleine Fehler zu großen Problemen entwickeln. Eine ausgeprägte Fehlerkultur fördert zudem Empathie und bringt einen stärkeren Teamgeist hervor. Darüber hinaus animiert der positive Umgang mit Fehlern die Mitarbeiter zum unkonventionellen Denken. Oft lassen sich Probleme so besser und einfacher lösen. Im Zuge dessen können auch transformative Veränderungsprozesse initiiert werden. Falls im Projektverlauf also ein Fehler auftreten sollte: Akzeptiert, reflektiert und ändert das Ziel bzw. Vorgehen. Damit schafft man die beste Voraussetzung für Innovation und Erfolg.


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