Unter dem Motto „Experience the value of quality“ fanden vom 17. bis zum 20. Januar 2017 die Software Quality Days in Wien statt. Die neunte Ausgabe beschäftigte sich mit dem Thema „Quality of Things: Complexity and Challenges of Software Engineering in Emerging Technologies“.

Als Testmanager bin ich dafür verantwortlich, die Kompetenz Qualitätssicherung und Testing bei NOLTE&LAUTH weiterzuentwickeln. Die Software Quality Days 2017 sind eine ideale Plattform, um sich mit anderen Testern und Testmanagern über die Erfahrungen im Bereich Softwaretests auszutauschen. Dabei standen dieses Jahr nicht nur Apps und Webseiten im Mittelpunkt. Auch Software im Rahmen von Produktion und Steuerung wurde thematisiert, da der Erfolg des Engineerings stark von einer hohen Software- und Systemqualität abhängt. Produkte, Prozesse und die Servicequalität profitieren davon ebenfalls. Von den verschiedenen Präsentationen zur Qualität beim Software Engineering nehme ich Folgendes für meine Arbeit mit:

Testing so früh wie möglich

Aus allen Vorträgen wurde deutlich, dass die Review bereits frühzeitig im Projekt erfolgen sollte. Dabei muss der Testmanager prüfen, ob die Spezifikationen und Anforderungen bei der Testausführung vollständig sind. So kann er z. B. fehlendes Verhalten bei Edge Cases aufdecken. Damit lassen sich nicht nur mögliche Risiken, sondern auch Kosten reduzieren.

Kommunikation & Risikoanalyse als Schlüsselfaktoren

Testing ist immer eine Form von Kommunikation und hat dementsprechend auch eine psychologische Bedeutung. Somit ist für die Qualitätssicherung entscheidend, wie die Kommunikation der Testergebnisse abläuft und welches Mindset alle Beteiligten haben.

David Grassmugg (BIAC – Business Insurance Application Consulting GmbH) und Roman Zednik (Tricentis GmbH) zeigten am Beispiel der Vienna Insurance Group auf, dass dieses Mindset nicht nur die Beschreibung der Fehler betrifft, sondern auch den Status des Testings. Statt im Test Report nur auf die Priorität und den Schweregrad der Fehler hinzuweisen, empfehlen sie vor der Testausführung noch eine Risikoanalyse durchzuführen. Damit wird der Report gezielter und positiver: „Mit den 50 ausgeführten Testfällen haben wir 80 Prozent des hohen oder sehr hohen Risikos abgedeckt. Drei der fünf offenen Blocker beziehen sich auf nicht so kritische Anforderungen.“ Zum einen steigert man so die Motivation des Teams – und fördert zugleich die Qualität und Abarbeitung der Themen. Zum anderen wird damit das Vertrauen in die Arbeit der Entwicklung gesichert.

Testautomatisierung

Die Präsentationen beleuchteten auch das Thema Software Security. Der Fokus lag auf den gesetzlichen Anforderungen, die regelmäßig überprüft werden müssen. Das kann nur der Einsatz von Tools sicherstellen. Michael Felderer (Universität Innsbruck) sprach daher über die Nutzung von Tools in verschiedenen Software Houses. Dabei ging er speziell auf die Analyse und Auswertung ein: Wer setzt welches Tool wann und wie ein?

Die auf der Messe präsentierten Tools zeigten den Trend für 2017: die Testautomatisierung von Unit-, System-, Performance- und Regressionstests. Ein interessantes Thema – auch bei NOLTE&LAUTH gewährleisten wir über automatisierte Testings die Regressionssicherheit.

Qualität als Grundlage für langfristige Kundenbeziehungen

Fehler führen nicht nur dazu, dass man viel Zeit für Korrekturen aufwenden muss, sondern sie schmälern auch das Vertrauen in die Entwicklung. Nur mit einer erfolgreichen Qualitätssicherung lässt sich eine langfristige Kundenbeziehung aufbauen. Dafür müssen alle an einem Strang ziehen. Die Zusammenarbeit geht hier über das Entwicklungs- und Testteam hinaus und schließt den Aufbau der Teams sowie das Projektmanagement mit ein.

Fazit

Qualität bedeutet für mich, dass die Arbeitsweisen, Prozesse und die von NOLTE&LAUTH gelieferten Produkte hohe Standards aufweisen. Damit geht einher, dass sie in ihrer Gesamtheit dazu geeignet sind, die Anforderungen und Arbeitsweisen der verschiedenen Kunden zu erfüllen – erstklassig und zielgerichtet.

Für die tägliche Arbeit als Testmanager haben mir die Service Quality Days Folgendes verdeutlicht: Ich werde künftig noch konsequenter Risikoanalysen implementieren, welche die Anforderungen und Visualisierungen der Zusammenhänge von programmierten Code-Schnipseln beinhalten. Dadurch wird für unser Test-Team ersichtlich, welche Auswirkungen ein Bugfix (z. B. bei einer CSS Klasse) auf andere Teile der Software haben könnte. Anhand dessen können wir geeignete Regressionstests durchführen, mit denen wir die Qualität der Software kontrollieren und sicherstellen.