Erfolgreiche Gründer und Visionäre wie Elon Musk machen es vor: Mit der richtigen Idee kann dein Start-Up zum Riesenerfolg und du als Gründer zum Millionär werden. Aber die Zuckerbergs, Musks und Samwers zeigen auch: Die Start-Up-Welt duldet nur Gewinner, die Erfolglosen verschwinden schnell in der Versenkung.

Es gibt natürlich wirklich gute Gründe, ein Start-Up zu gründen. Und die neue Gründermentalität ist ein Innovationstreiber für die deutsche Wirtschaft. In all der Euphorie sollte man aber die Gefahren nicht vergessen, die die Selbstständigkeit mit sich bringen kann. Ich habe meine eigene Gründungserfahrung in London und im Silicon Valley gesammelt und leite nun seit über fünf Jahren die technologische Entwicklung bei NOLTE&LAUTH.
 Ich werde deshalb oft gefragt, warum ich nicht erneut gegründet habe. Daher hier meine sieben Gründe gegen das Gründen:

1. Du wirst mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit scheitern

Dein Unternehmen wird scheitern – so viel ist (fast) sicher. Auch wenn deine innere Stimme dir nun sagt: „Ich lese doch tausende Erfolgsgeschichten.“ Nun, wir hören nur von den Überlebenden oder jenen, die noch nicht gestorben sind. Vielleicht gab es ja deshalb 2016 so wenig Unternehmensgründungen wie noch nie. Ganze 13 Prozent weniger als 2015, wie der KfW-Gründungsmonitor nun belegt.

2. Von den Early Adoptern zur Allgemeinheit ist es ein langer und steiniger Weg

Damit du Geld verdienen kannst, muss dein Produkt oder deine Dienstleistung alle Käufergruppen erreichen. Während die Early Adopter noch ein Produkt mit Fehlern akzeptieren – Hauptsache neu, in und individuell – will sich die Allgemeinheit nicht mit den Kinderkrankheiten deines Start-Ups auseinandersetzen. Und wie erreicht man denn nun alle? Validierung, Validierung, Validierung, und die dauert zwei bis drei Mal länger als erwartet. Bis dahin ist aber oft schon das Kapital verbraucht, womit wir wieder beim Scheitern wären.

3. Dein “God Mode” wird dir im Weg stehen

Validierung funktioniert nur mit einem Produkt. Und das zu entwickeln ist teuer. Die meisten Gründer (und hier nehme ich mich nicht aus) entwickeln aber viel zu viel, ohne vorher den Kunden zu fragen. Ihnen steht der „God Mode“ im Weg, also die fehlende Bescheidenheit das Kundenbedürfnis vor die eigene Meinung zu stellen. Lean ist kein Buzzword, sondern eine wichtige Geisteshaltung.

4. Wachstum ist harte Arbeit

Wachstum ist hart und erfordert ein komplett anderes Skill Set als Gründen. Wenn man in mehrere Märkte expandieren will, muss das Team mitskalieren. Das ist die Phase, in der sich Professionalisierung einstellt. Aber: Skalierung ist der Gegner von Innovation. Die vermeintlich harten Nüsse sind geknackt. Jetzt geht es an die Ausdauer – Gründen ist kein Sprint, das ganze Team hier mitzuziehen ist eine der größten Herausforderungen.

5. Deine Ideen sind ziemlich wertlos

Wie komme ich eigentlich zu einem Produkt? Na klar, mit der richtigen Idee! Kann funktionieren, meistens aber eher nicht. Tatsächlich sind Ideen meist ziemlich wertlos. Man beginnt einen Pitch auch nie mit einer Idee, sondern mit einem Problem. Das Ziel ist es, ein großes Kundenbedürfnis, das Kernproblem, zu finden. Ironischerweise sind Probleme quasi unbegrenzt vorhanden. Die, die sie jedoch haben, erkennen sie nicht als Problem an, oder die, die sie lösen könnten, wollen die Probleme gar nicht lösen. Tja. Und ohne Problem keine Lösung.

6. Deine Gründerehe wird unglücklich geschieden

Das mit den Teams ist gar nicht so einfach: man verbringt unheimlich viel Zeit miteinander, geht gemeinsam durch Höhen und Tiefen, denkt nur noch an das eigene Start-Up und wenn es schiefgeht, sind alle pleite. Nun prüfe, wer sich ewig bindet! Der technische Co-Founder ist eben nicht unbedingt der Typ, der euch damals auf dem Schulhof die Raubkopien besorgt hat.

7. Du investierst mehr als dein Kapital: deine wertvolle Lebenszeit

Warum erzählen eigentlich alle, dass man gründen soll? Warum gibt es Fernsehformate wie die Höhle der Löwen? Man muss sich bewusst sein, dass eine ganze Industrie am Gründen mitverdient. Investoren, Anwälte, Banken, Berater und so genannte Gurus. Nur sind Risiko und Potential nicht bei allen gleich verteilt. So hat der Gründer mit Abstand das größte Risiko, er hat als einziger alle Eier in einem Korb. Die Chancen, dass dein Start-Up doch noch erfolgreich ist, sind immerhin höher als die Wahrscheinlichkeit eines Lottogewinns. Erfordert aber auch den höheren Einsatz – nämlich ein paar Jahre wertvoller Lebenszeit.

Da bleibt dir eigentlich nur übrig mit Mut auf die größte Herausforderung zuzugehen: Wenn du dann oft genug am Scheitern gescheitert bist, wird schon irgendwas geklappt haben. Und wenn es dir um das Lösen von Problemen geht, dann bieten Unternehmen wie NOLTE&LAUTH dir die Möglichkeit auch Global Playern bei ihren Problemen zu helfen – und davon gibt es reichlich, also packen wir es an!