Welchen Job erledigt eine Lösung für den Anwender? Welches Problem löst ein Produkt für den Endkunden? Welche Bedürfnisse erfüllt ein Service für den Nutzer? Diese Fragen stellen wir uns, sowohl wenn ein Produkt verbessert als auch ein komplett neues Produkt entwickelt wird. Antworten finden wir mithilfe des Ansatzes Jobs to be Done, der sich bei uns in vielfältigen Aufgabenstellungen bewährt hat.

Das Ziel ist es nicht, ein Produkt einfach nur besser zu machen. Vielmehr geht es darum, herauszufinden, für welchen übergeordneten Zweck Kunden ein Produkt kaufen oder einen Service einsetzen. Denn Kunden erwerben nicht einfach irgendwelche Produkte. Sie werden „eingestellt“, damit sie einen spezifischen Job für den Kunden erledigen. Das Produkt Schokoriegel erfüllt zum Beispiel den Job, das Hungertief am Nachmittag zwischen dem Mittag- und Abendessen zu überwinden. Die Entwicklung von sogenannten Job Stories ist Teil unserer Kompetenz Service Innovation. Wir wenden den Ansatz bei unterschiedlichen Aufgabenstellungen an, um zu analysieren, welche Bedürfnisse Endkunden haben und mit welchen Konkurrenzlösungen zu rechnen ist.

Mit Job Stories bestehende Lösungen verbessern

Wir starten damit, die Customer Journey zu analysieren. Dabei leiten wir einen oder mehrere Jobs to be Done, also eine übergeordnete Funktion eines bereits existierenden Produkts oder Services, aus dem aktuellen Verhalten ab: Welches Problem wird gelöst? Insights bekommen wir hierfür aus Experteninterviews oder Nutzerbefragungen. Im Anschluss werden die Jobs to be Done priorisiert und in Job Stories heruntergebrochen. Diese folgen einem festgelegten Schema und beinhalten detaillierten Kontext: In welcher Situation und mit welcher Motivation geschieht der Job und welches Ergebnis erwartet der Nutzer?

Schema Job Stories

Beispiel

Product: Intranet Search

Job to be Done:  Get information about colleagues

Job Story: When I am in a project meeting and someone suggests to integrate a colleague, who I do not know yet, into my project, I want to learn more about this person so that I can evaluate what he or she can contribute to the project and discuss future collaborations.

Die Job Story zeigt, in welcher Situation die Intranet-Suche genutzt werden soll. Eine Personensuche mit Detailinformationen zum Arbeitsfeld sollte demnach Bestandteil der Suche sein. Es wird klar, dass die Personensuche schnell erreichbar sein sollte und zuverlässige Ergebnisse liefern muss.

Job Stories für die Entwicklung von neuen Produkten

Um neue, innovative Produkte zu entwickeln, brauchen wir umfangreiches Wissen über potenzielle Zielgruppen und deren Bedürfnisse. Auch hier kommen Jobs to be Done zum Einsatz.

Beispiel

Product: Upward

Job to be Done: Put money aside for unforseen expenses

Job Story: When starting my first job after graduating from university and earning my first own money I want to put some money aside in an easy and time-saving way for future situations that I cannot predict right now so that I don’t have to worry about the future.

Die Job Story zeigt, dass eine einfache Lösung benötigt wird, um den Job des Sparens für unvorhergesehene Vorkommnisse für den Kunden zu vereinfachen. Wir identifizieren die Bedürfnisse einer (potenziellen) Zielgruppe und leiten Jobs ab. Die neue, innovative Lösung muss dann diese Jobs erfüllen. Weitere Jobs von Upward wären zum Beispiel Geld an andere schicken, Investieren lernen oder Liquiditätsengpässe überbrücken.

Was unterscheidet Job Stories von User Stories?

Job Stories lassen den Lösungsraum sehr offen und beinhalten reale Informationen zu Kontext, Kundenproblem und Erwartungshaltung der Zielgruppe an die Lösung. Unsere Konzepter können sich daher in den folgenden Schritten persönlich mit der Job Story auseinandersetzen und die Lösung frei von Vorgaben entwickeln. Im Gegensatz dazu sind User Stories oft sehr lösungsorientiert, das heißt sie geben bereits Features vor und legen Personas fest. Dadurch gehen oft wichtige und hilfreiche Informationen verloren und der Konzepter muss sich nicht unbedingt in die Kunden oder Zielgruppe hineinversetzen.

Mit Job Stories zu Lösungen mit echtem Mehrwert

Job Stories bringen auf den Punkt, welche Erwartungshaltung Kunden haben, welche Aufgaben eine Lösung für den Nutzer erfüllen muss und in welchen Situationen sie dem Endkunden helfen kann. Damit stellen wir sicher, dass das optimierte Produkt oder der neue Service real existierende Kundenprobleme anspricht und löst. Die Intranet-Suche liefert beispielsweise zukünftig schnell und effizient relevante Informationen, die der Nutzer für die Ausübung der täglichen Arbeit benötigt. Unsere Produktvision Upward zeigt, wie Kunden Bankgeschäfte mobil auf dem für sie einfachsten Weg erledigen.