Wir können Superhelden sein! Retter der Menschheit und Weltverbesserer. Wir können Produkte schaffen, die nachhaltig und relevant zugleich sind und auf dieser Welt etwas bewegen. Das ist nur eine der vielen Erkenntnisse, die ich am 10. November vom 12. World Usability Day 2016 in Berlin mitgenommen habe.

Zum World Usability Day (kurz: WUD) finden am zweiten Donnerstag im November jedes Jahr rund 200 Veranstaltungen in über 40 Ländern statt. Dazu kommen Vertreter aus Forschung, Industrie, Bildung und Verwaltung zusammen, um auf die bisherigen Errungenschaften und Erkenntnisse zu den Themen Usability und User Experience zu blicken und sie nach außen zu kommunizieren. Die Veranstaltung legt dabei ein besonderes Augenmerk auf die Auswirkungen interaktiver Produkte und Systeme auf unsere Welt.

Dieses Jahr stand die Veranstaltung ganz unter dem Motto “Sustainable User Experience (UX)” und zog wieder an die tausend Besucher an. Sprecher aus unterschiedlichsten Richtungen griffen in ihren Vorträgen das Thema gekonnt auf. Währenddessen erzählten sie nicht nur aus ihrem beruflichen Alltag, sondern auch von ihren Visionen für die Zukunft.

Sinnhafte Produkte für eine neue Gesellschaft

Der Vortrag von Pia Betton warf die Frage auf, wie unsere Arbeit die Geschäftswelt und Gesellschaft verändern kann, wenn unsere Zielgruppe (die “Smart Mobilists”) eigentlich nur sechs Prozent der deutschen Bevölkerung ausmacht. Unter dem Thema “Are you pushing features or creating something meaningful” sprach sie von der Gefahr, Produkte Feature-getrieben zu entwickeln, anstatt sinnhafte Produkte zu schaffen, welche die Nutzer-Bedürfnisse zufriedenstellen.

Nachhaltigkeit in Produkten

Philip Baumann von Ecosia sprach von der Verantwortung gegenüber unserer Umwelt. So zeigte er Möglichkeiten auf, wie man Nachhaltigkeit in Produkte integrieren kann. Mit Ecosia, einer Suchmaschine, hat es sich sein Unternehmen zur Aufgabe gemacht, all ihre Werbeeinnahmen in Aufforstungsprojekte auf der ganzen Welt zu investieren. Bislang wurden so über drei Millionen Bäume gepflanzt.

Wie wir als Gestalter, Konzepter und Berater mit unseren “Superkräften” die Welt verändern können, demonstrierte auch Clive Lavery. Denn es gibt bereits zahlreiche Projekte, Gruppen oder Organisationen, die schon heute mit ihren Produkten die Welt mit relevanten Produkten verändern möchten – aber auf die Hilfe von freiwilligen Superhelden angewiesen sind. Jeder, der ein Bewusstsein von Nachhaltigkeit in seinen Alltag einbringen möchte, sollte dies auch zu tun. Es ist sogar leichter, als man denkt: “We know you care – Please care enough to give”.

 

Der WUD 2016 stand ganz im Zeichen von Sinnhaftigkeit und Nachhaltigkeit und weckte damit erneut das Bewusstsein für Produkte, die einen wirklichen Unterschied machen. Die jedes Jahr größer werdende Veranstaltung zeigt, dass die Gemeinschaft und das Interesse am Austausch stetig steigt und Berlin derzeit einer Keimzelle an innovativen Ideen gleicht.

Ich freue mich schon jetzt auf den World Usability Day 2017, wenn wir dann alle sagen können: Wir sind Superhelden!