Am 3. und 4. Juni 2016 kam zum neunten Mal die deutschsprachige IA- und UX-Community bei der deutschen Konferenz für Informationsarchitektur (IA) zusammen. Bei schönstem Wetter und mit großer Vorfreude machten Daniela Reichhoff, Maksim Mur’ye und Jennifer Gschwindt sich auf den Weg zum Berliner Kino- und Event-Gebäude Urania.

Neben dem hervorragenden Konzept, exzellenter Themenwahl und toller Organisation beeindruckte unsere drei Mitarbeiter die offene Atmosphäre des Events. Auch über die Vorträge hinaus tauschten sich die Teilnehmer und Speaker rege miteinander aus.

Das Titelthema „Vision. Strategie. Produkt.“ passte wie jedes Jahr genau zu den Herausforderungen und Aufgaben, die unser täglich Brot sind. Der Eröffnungsvortrag „What the hell is UX Strategy?!“ von Jaime Levy bildete die Grundlage für alle weiteren Vorträge. Mit folgendem Zitat führte sie in die Thematik ein:

„UX strategy is the process that should be started first, before the design or development of a digital product begins. […] It’s the vision of a solution that needs to be validated with real potential customers to prove that it’s desired in the marketplace. […] UX strategy is the Big Picture. It is the high-level plan to achieve one or more business goals under conditions of uncertainty.”

Levy machte damit deutlich, dass eine erfolgreiche Lösung auf der permanenten Erforschung und Validierung der Kundenbedürfnisse basiert. Diese Lösung sei kein abgekapseltes Projekt, sondern vielmehr ein Produkt oder Service, dessen Entwicklung einer Strategie bedarf.

Die vielen genannten Fallbeispiele verdeutlichten, dass eine (UX-) Strategie nicht bloß Marketing- oder Unternehmensziele fokussieren sollte. Stattdessen braucht man eine auf Fakten ruhende und nutzerzentrierte Herangehensweise, die auf einen tatsächlichen Mehrwert für den Endkunden abzielt. Es sollten Chancen und Risiken bewertet und Erfolgskriterien definiert werden, um sich dementsprechend im Markt zu positionieren.

Unter den vielen vorgetragenen Lösungsansätzen erhielten zwei Aspekte besonders viel Zuspruch: Es ist wichtig, die Strategie vor dem Umsetzungsprozess mit allen Gewerken gemeinsam zu entwickeln, damit sich das gesamte Team darauf einschwören kann. Nur so kann die Zusammenarbeit im wirklich agilen Prozess gelingen, der Freiräume für spontane Recherchen und Nutzertests bietet. Dadurch kann stets hinterfragt werden, ob die festgelegten Ziele erreicht werden können. Somit wird das Risiko reduziert, dann zu scheitern, wenn es bereits zu spät ist. Andere Vorträge wiesen aber auch sehr anschaulich auf mögliche Stolpersteine bei der Anwendung des agilen Prozesses im Unternehmensalltag hin, da dieser eine bestimmte Unternehmenskultur voraussetzt.

Die verschiedenen praxisnahen Vorträge spiegelten das aktuelle Marktgeschehen wider und boten unseren drei Konzeptern viele Anregungen für die alltägliche strategische Produktentwicklung. Insgesamt hat ihnen die IA Konferenz 2016 sehr gefallen und sie nehmen jede Menge Inspiration und auch ein besseres Verständnis für die UX-Strategie mit.