Internationale Rollouts, also die Implementierung von Webseiten und Applikationen über mehrere Vertriebsebenen und Ländergrenzen hinweg, gehören zum Kerngeschäft bei NOLTE&LAUTH. Deshalb haben wir einen Prozess entwickelt, mit dessen Hilfe wir jedes Rollout-Projekt definieren, planen und durchführen können. In unserer Projektbeschreibung „In 700 Tagen um die Welt: Der Global Rollout für smart“ haben wir die Methode bereits angesprochen, die für den globalen Rollout der smart Plattform auf Markt- und Händlerebene erfolgreich zum Einsatz kam: der NOLTE&LAUTH 4+12-Stufen-Ansatz.

Doch was genau verbirgt sich dahinter? Der Ansatz lässt sich in zwei große Phasen aufteilen: Definition und Setup der Standards sowie Operativer Rollout. Die Anzahl der Schritte in den beiden Phasen hängt von der Art und Komplexität des Rollout-Projekts ab. Nicht immer sind es zwingend vier Schritte in der ersten Phase und zwölf Schritte in der zweiten Phase. Wird eine Webseite oder Applikation nur auf nationaler Ebene eingeführt, dann fällt beispielsweise der Schritt für die Übersetzung der Inhalte weg. Bei den 16 Schritten handelt es sich also um einen Stufenplan, mit dem die einzelnen Projektabschnitte für jedes beliebige Rollout-Projekt definiert und geplant werden können.

Durch Regeln und Standards kann vieles beschleunigt werden

Sind Konzepte nur für bestimmte Vertriebsebenen durchdacht oder nur für den europäischen Raum anwendbar, müssen wir sie anpassen und international rollout-fähig machen. Folgendes Beispiel verdeutlicht die Thematik: Eine Händlersuche ist auf der übergeordneten Marken-Webseite ein wichtiger Bestandteil – auf der Webseite eines einzelnen Händlers ist sie allerdings fehl am Platz. Wenn sich der Nutzer schon beim Händler auf der Website befindet, so möchte dieser seinen Besucher sicher ungern über eine Händlersuche zur Konkurrenz verweisen.

Deshalb müssen wir bei der Konzeption und der Entwicklung darauf achten, dass die Features ohne aufwändige Change-Requests und separate Deployments für jedes Land oder jede Vertriebsstufe an den jeweiligen Markt angepasst werden können. Das nennen wir multimandantenfähiges und lokalisierbares Aufsetzen. Die Prozesse und Standards sollten zudem sauber definiert sein. So können wir beim Rollout in die einzelnen Länder und Instanzen die Standards immer wieder abrufen und in kurzer Zeit eine große Anzahl von Rollouts abdecken. Durch unsere bisherigen Rollout-Projekte haben wir belegt, dass durch dieses Vorgehen in der Anfangsphase viele Prozesse beschleunigt werden können.

Organisation und Setup der Standards

Während der ersten vier Stufen des Prozesses definieren wir gemeinsam mit dem Kunden die Business- sowie technischen Anforderungen an das Rollout-Objekt. Auf Grundlage dieser Definitionen können wir die Webseiten-Architektur und das ‚Operative Rollout Model’ ausarbeiten. Im Anschluss beginnt das Entwicklerteam mit der Programmierung. Ganz wichtig: Testing nicht vergessen! Zum Operative Rollout Model gehört natürlich auch ein optimal abgestimmtes Multi-Site-Management. Darunter verstehen wir die Vererbungsstruktur und die darauf basierenden Content-Management-Prozesse zwischen den einzelnen Instanzen.

Exemplarisch sei hier eine globale Plattform genannt, auf der sich 40 Länder-Webseiten befinden. Jedes Land hat zwischen fünf und hundert Vertriebspartner – und deren Webseiten befinden sich ebenfalls auf der Plattform. Würde es an dieser Stelle kein Multi-Site-Management geben, müssten die Inhalte einzeln in jeder Webseite gepflegt oder importiert werden. Deshalb setzt das Content-Team in Stufe 4 gemäß den entwickelten Multi-Site-Management-Strukturen eine Reihe von Vorlagen für mehrere Sprachen auf (Referenz-Master und Sprach-Master). Gleichzeitig erstellen wir alle benötigten Rollout-Dokumente. Nun heißt es auch schon: Ready for Rollout!

Operativer Rollout

Nun geht der operative Rollout erst richtig los! In den Stufen 5 bis 12 erfolgen der flächendeckende Rollout auf diversen Länder- und Vertriebsebenen sowie lokale Anpassungen. Unser Rollout-Team definiert in Kick-off-Meetings gemeinsam mit den einzelnen Ansprechpartnern den Projektumfang sowie die speziellen rechtlichen und lokalen Anforderungen. Im Master gehen wir deshalb von einer Maximalausprägung aus, auf Basis derer unsere Ansprechpartner ihre Inhalte und Bausteine auswählen können.

Dabei sind nicht nur gute Projektmanagement- und Koordinationsfähigkeiten gefragt, sondern auch interkulturelle Kompetenz. Während der globalen Rollouts stellen wir daher auch unser internes Team international auf. Im Falle des Rollouts für smart hat unsere indische Kollegin die asiatischen Länder und unser polnischer Kollege die osteuropäischen Länder koordiniert. In manchen Projekten geht es für uns nach den Kick-off-Meetings einmal um Welt, da wir für die Trainings zu den Kunden reisen. Natürlich kommen manche Kunden auch zu uns nach Deutschland. In anderen Fällen erfolgt der Rollout komplett remote über Webmeetings.

Gehen wir eine Stufe weiter und schauen uns an, wie Trainings für die Landesorganisation und deren Vertriebspartner aussehen können: Nicht in allen Ländern verfügen die Partner über gute Englischkenntnisse und auch unser Rollout-Team deckt nicht immer alle Sprachen ab. Dies macht die Kommunikation natürlich schwierig und auch Trainings sind nur noch eingeschränkt möglich. An dieser Stelle arbeiten wir gemäß dem Train-the-Trainer-Ansatz: Wir bilden über mehrere Tage, je nach Komplexität des Rolloutprojekts, die Kunden und deren lokale Agenturen zu Trainern aus, damit sie als Schnittstelle zu uns die Kommunikation und die Trainings für ihre Vertriebspartner übernehmen.

Sind die Trainings abgeschlossen, die Webseiten aufgesetzt und die Übersetzungen eingepflegt, können die Editoren mit den Anpassungen der Inhalte an regionale Besonderheiten beginnen (Lokalisierung). Hierbei beraten und unterstützen wir natürlich alle Beteiligten, und führen regelmäßige Statusmeetings durch. Ist das Rollout-Objekt fertig lokalisiert, erfolgt der Live-Gang und die Übergabe in den Linienbetrieb:

READY FOR GO LIVE